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"Beutet Europa wieder Afrika aus? Was hat MENA davon?" |
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"Euer Konzept schließt nur Nord-Afrika ein. Was ist mit dem Rest?!?" |
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Ist es sinnvoll, wenn Europa den Ausbau Erneuerbarer Energien in MENA fördert? |
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Könnten Kernfusionskraftwerke oder "Clean Coal" eine Alternative zu Solarkraftwerken werden und Solarthermische Kraftwerke überflüssig machen? |
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Sind der Nahe Osten und Nord-Afrika nicht viel zu instabil für langfristige Investitionen? |
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8.
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Wird der Import von sauberem Strom aus den Wüsten der dezentralen Stromerzeugung schaden? |
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1. |
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Der jetzige Zustand ist eine Ausbeutung von Gas und Öl, aber Solarenergie ist praktisch unbegrenzt ==> kann also nicht “ausgebeutet” werden |
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MENA wächst bis 2050 zu einem zweiten Europa heran und benötigt dringend Erneuerbare Energien (EE) zur Erzeugung von Strom und Trinkwasser (bei der TRANS-CSP Studie berücksichtigt) |
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Einsparung fossiler Brennstoffe in der subventionierten Energieversorgung MENAs und lukrativer Verkauf auf dem Weltmarkt möglich |
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Strom-Exporterlöse durch Nutzbarmachung ungenutzter EE-Potentiale |
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Arbeitsplätze für üblicherweise abwandernde Ingenieure und Jobs vor allem im Kollektorbau ==> Einkommen ==> Aufbau einer Mittelschicht |
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Folgen des von Europa erzeugten Klimawandels treffen zuerst MENA, also ist es nur fair wenn Europa die Einführung von EE in MENA fördert |
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Technologietransfer und Aufbau von Ausbildungs- & Studienprogrammen für EE in MENA werden von europäischer Seite im Rahmen der Union für das Mittelmeer explizit gefordert |
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Der Stromerzeugungsmix des TRANS-CSP Szenarios sieht für Europa im Jahr 2050 vor: 65% eigene Erneuerbare Energien (EE), 17% Solarstromimporte, 18% fossile Backup- und Spitzenlastkraftwerke ==> Selbst der Ausfall aller 20 HGÜ-Leitungen aus MENA kann somit kompensiert werden bis deren Reparatur oder einer politischen Lösung |
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Es wird auch nicht 1 großes solarthermisches Kraftwerk geben sondern hunderte Kraftwerke in einem Netz von EE, verteilt auf mehrere Kontinente |
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Die Möglichkeit, durch sauberen Strom Batterien zu laden oder günstigen Wasserstoff zu produzieren, könnte den Verkehrssektor von schwindenden fossilen Brennstoffen unabhängiger machen. Außerdem wäre nachhaltig erzeugte Biomasse auf dem Verkehrssektor sinnvoller einsetzbar, als auf dem Stromsektor. |
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Solarenergie ist praktisch unbegrenzt. Durch eine verstärkte Nutzung von Solartechnologien werden diese sogar günstiger (statt wie bei anderen Energieträgern teurer) ==> keine Konkurrenz und Konflikte um regional und mengenmäßig begrenzte Ressourcen, wie Öl, Gas oder Uran. |
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Öl-, Uran- oder Gaslieferungen können nach einem Lieferstopp teurer verkauft werden ==> Unterbrechung der Stromexporte führt bei EE lediglich zu entgangenen Einnahmen bei weiterlaufenden Kosten der Kraftwerke |
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Unterbrechung der Stromexporte eines Lieferlandes führt zu Vertrauensverlust in das Land ==> weniger Investitionen ==> zukünftig weniger Exporterlöse & Arbeitsplätze |
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Siehe EU: Gegenseitige Verflechtung statt Autonomie sichert Frieden & Zusammenhalt |
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Sowohl staatliche als auch private Klein- und Großinvestoren können / sollten / wollen sich an den Kraftwerken und Leitungen beteiligen |
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Die Zeit drängt: Klimawandel und Preislawinen drohen ==> dezentrale und international vernetzte EE ergänzen sich |
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Für eine Kooperation und Integration ins europäische Leitungsnetz bietet sich MENA – wegen der Nähe – natürlich besser an, als Süd-/Zentral-Afrika |
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EE allgemein und CSP im Besonderen eignen sich für das übrige Afrika genauso und es wird von den Kostenreduktionen im Norden profitieren. |
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Zentral-Afrika verfügt über große Wasserkraft-Ressourcen, die von den nordafrikanischen Staaten (z.B. Ägypten) jetzt schon als strategische Reserve für ihre Stromversorgung angesehen werden. Wenn Nord-Afrika jedoch seine eigenen solaren Ressourcen nutzt, bleibt Zentral-Afrika seine wichtigste Ressource erhalten. |
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Wir werben auch dort sowie in China, Australien, Amerika und Indien für eine Realisierung von DESERTEC “Sauberer Strom aus den Wüsten”, doch unsere Mittel sind begrenzt. |
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Deshalb bauen wir weltweit regionale DESERTEC-Netzwerke auf, die von unserem Know-How und den Studien profitieren. |
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4. |
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Eine Investitionsbeihilfe für erneuerbare Energien in einer Gesamthöhe eines einstelligen Milliardenbetrags sollte als Investition in eine sichere und unerschöpfliche zukünftige Energiequelle betrachtet werden. Für die Atmosphäre und den Klimaschutz ist es zudem unerheblich, ob die CO2-Emissionen in Europa oder im MENA-Raum entstehen bzw. vermieden werden. Letztlich ist die Geschwindigkeit der CO2-Reduktion ausschlaggebend.
Solarenergie in den Wüsten und Windkraft im Westen Nord-Afrikas ist im Überfluss vorhanden. Hiermit könnte nicht nur der Bedarf dieser Länder an Strom und entsalztem Wasser gedeckt werden, sondern auch Europa könnte einen Teil seines Energiebedarfs durch importierten sauberen Strom decken. Neben einer Reduzierung zukünftiger Konflikte um Wasser- und Energieressourcen, würden sich hierbei noch viele weitere Vorteile für die Bürger aller beteiligten Staaten ergeben:
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Vermeidung von menschlichen und finanziellen Verlusten durch Umweltkatastrophen, die durch die weitere Verbrennung von fossilen und nuklearen Rohstoffen zur Energiegewinnung ausgelöst werden
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Ein weiterer Ausbau von Kernkraftwerken als temporäre, aber umstrittene Alternative zur Solarenergie in EUropa, dem Nahen Osten (the Middle-East) und Nord-Afrika (kurz: EU-MENA) wird überflüssig. |
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Aufwertung von Wüstenflächen und Küstenstreifen hin zu unerschöpflichen Strom- und Wasserquellen |
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Entwicklung einer auf Wissen und Technologiekompetenz gestützten Wirtschaft im MENA-Raum, was diese Länder dazu befähigen wird, Unterentwicklung und Armut mittel- und langfristig aus eigener Kraft zu überwinden |
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Ein großes Auftragsvolumen für die beim Aufbau der Solarthermischen Kraftwerke, Windparks und HVDC-Leitungen beteiligten Unternehmen sowie hunderttausende von Arbeitsplätzen können vor allem in der Industrie entstehen. |
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Durch technische Verbesserungen und sinkende Kosten bei der Massenproduktion der Solarthermischen Kraftwerke, Windparks und HVDC-Leitungen kann innerhalb von wenigen Jahren preislich konkurrenzfähiger Strom produziert werden |
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Die Möglichkeit, günstigen Wasserstoff durch sauberen Strom zu produzieren oder mit diesem Batterien zu laden, würde den Verkehrssektor langfristig von schwindenden fossilen Brennstoffen unabhängiger machen. Außerdem wäre der Bedarf an Biomasse in der Stromerzeugung geringer, was ihren verstärkten Einsatz auf dem Verkehrssektor ermöglichen würde. |
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Vorbildfunktion für andere Industriestaaten |
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5. |
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Bei der "HVDC Light" Technologie wie sie von ABB eingesetzt wird, kostet die unterirdische Verlegung der Kabel ab einer Länge von mehr als 500-600 km, nur etwa 10 bis 20 Prozent mehr, als der Bau von Überlandleitungen. Im Gegensatz zu Wechselstromleitungen geben Hochspannungs- Gleichstromleitungen ( HGÜ) aufgrund physikalischer Gesetze keine nennenswerten elektromagnetischen Strahlungen ab. Eine Analyse der Umweltauswirkungen ( Ecobalance) der vom DLR untersuchten Leitungstrassen findet sich hier.
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6.
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Solarthermische Kraftwerke sind praxiserprobt und können sofort installiert werden. Der in der Planungsphase befindliche Fusionstestreaktor ITER wird nicht vor 2035 einen Beweis liefern, ob die Kernfusion praxistauglich, geschweige denn wirtschaftlich ist. Forschung und Bau werden bis dahin noch viele Milliarden kosten; mehr als die Kommerzialisierung der bereits existierenden CSP-Technologie. Hinzu kommt, dass die Reaktoren weiterhin radioaktives Material produzieren. CO2-freie Kohlekraftwerke werden ebenfalls 30 bis 40 Jahre benötigen, um ihre Verlässlichkeit zu beweisen, insbesondere was die Sicherheit der CO2-Abscheidung betrifft.
Letztlich haben Kernfusion und Clean Coal gegenüber Solar- und Windkraftwerken einen Entwicklungsrückstand von mindestens 40 Jahren. Zur Herstellung einer globalen Energie- und Klimasicherheit muss jedoch umgehend gehandelt werden.
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In mehreren Staaten des MENA-Raums ist die innenpolitische Stabilität durch politische Stagnation gefährdet. Einige Staaten wie Algerien, Jordanien, Marokko und Tunesien machen jedoch deutliche Fortschritte, was die innere und äußere Stabilität und Sicherheit ihres Landes angeht. TREC versucht die Nationen in der Region bei diesem Prozess zu unterstützen, indem eine technologisch entwickelte Wirtschaft aufgebaut und Aussichten auf Arbeitsplätze in der Industrie geschaffen werden. Die von TREC vorgeschlagenen Pläne würden schließlich zu einer Stabilisierung durch Entwicklung in den beschriebenen Volkswirtschaften und Gesellschaften beitragen.
Trotz eventueller Sicherheitsbedenken werden in diesen Ländern hohe internationale Investitionen auf dem Ölsektor getätigt. Die MENA-Staaten könnten sich an den Investitionen in Solar- und Windanlagen beteiligen und auf somit ein verstärktes Interesse entwickeln, die Anlagen am Laufen zu halten. |
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TREC ist der Auffassung, dass international vernetzte und dezentrale Erneuerbare Energien nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen, wie Herr Utz Claassen von EnBW, aber auch Vertreter von EUROSOLAR es derzeit versuchen.
Für TREC stellt sich nicht die Frage, ob man dezentralen europäischen ODER international vernetzten sauberen Strom nutzen sollte. Aus Sicht des Klimaschutzes und der Strompreise sollte man in jedem Fall beide Potenziale nutzen (und man wird es auch):
• Besonders ergiebige erneuerbare Energiequellen (Offshore-Windkraft, Wasserkraft) können in einem internationalen Stromverbund optimal genutzt werden, um die Anteile der erneuerbaren Energien im großen Maßstab auszubauen. Dazu können die europäischen Energieversorgungsunternehmen (EVU) und Stromnetzbetreiber nennenswerte Beiträge liefern, anstatt wie üblich nur auf Kohle- und Atomstrom zu setzen. Eine Schlüsselrolle spielt hier der zügige Aufbau eines verlustarmen europäischen, von den EVU unabhängigen, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetzes (HGÜ), das vom WBGU und Bündnis90/Die Grünen auch als "Supernetz" bezeichnet wird.
• Dezentrale erneuerbare Energiequellen müssen ebenso erschlossen (und vernetzt) werden, um den Anteil der erneuerbaren Energien auszubauen und um den Endkundenstrompreis zu begrenzen, sobald die Technologien ohne staatliche Unterstützung wettbewerbsfähig sind und die etablierten EVU mit ihnen ernsthaft konkurrieren müssen.
• Solarthermische Kraftwerke in Nord-Afrika liefern dank thermischer Speicher gleichmäßige und regelbare Strommengen und sind damit die ideale Ergänzung zu unseren heimischen Wind- und Photovoltaik-Ressourcen. Wie hoch der Anteil des durch verlustarme Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung transportierten Stroms in Europa sein wird, wird sich zeigen. Im Szenario der TRANS-CSP Studie des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) sind es 15 Prozent bis 2050, während der heimische erneuerbare Energieanteil am Stromverbrauch bis dahin bei etwa 65 Prozent liegt. Der Standpunkt von TREC zur Versorgungssicherheit von Solarstrom-Importen, findet sich auf dessen Internetauftritt.
Aus Sicht von TREC ergänzen sich dezentrale und international vernetzte erneuerbare Energien ideal, insbesondere, da solarthermische Kraftwerke mit ihren thermischen Speichern Strom nach Bedarf liefern können; auch nachts und wenn kein Wind weht. Auf teure und ineffiziente Stromspeicher für dezentrale Anlagen ist man somit nicht mehr unbedingt angewiesen, was die dezentrale Stromerzeugung finanziell noch attraktiver macht. So verlieren teure Batteriespeicher etwa 20 %, neuere Wasserstoff- und Druckluftspeicher sogar mindestens 50 % der ursprünglich eingesetzten erneuerbaren Elektrizität und erhöhen allein schon damit erheblich die Stromkosten. Dazu verschlechtern Investitions- und Betriebskosten der jeweiligen Speichertechnologie die Wettbewerbsfähigkeit noch weiter. Aufgrund der notwendigen Regelkapazität wäre die einzige Alternative zu Solarstrom-Importen der verstärkte Einsatz von Erdgas und "sauberer" Kohle, selbst wenn die verfügbaren heimischen Wasserkraft-, Geothermie- und Biomassepotenziale zur Stromerzeugung, wie von TREC vorgeschlagen, ebenso weitgehend genutzt würden.
Dass große Solar- und Windstromanlagen im Mittleren Osten und in Nord-Afrika (MENA) gebaut werden sollten, befürworten auch Vertreter der Energieautonomie mit dem Verweis auf den bereits vorhandenen und ständig wachsenden Eigenbedarf dieser Länder (auch wenn dies nicht unbedingt dem dezentralen Stromerzeugungsprinzip entspricht). TREC ist derselben Meinung: Im Szenario der Studien des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR), auf die TREC sich bezieht, werden solarthermische Kraftwerke bis 2020 vorrangig für den Eigenbedarf (Strom und Wasser) gebaut. Ab 2020 sind solarthermische Kraftwerke für den Stromexport wettbewerbsfähig und die Länder können über den Eigenbedarf hinaus ein Exportpotential aufbauen.
Die Studien des DLR zeigen, dass die Stromerzeugungskosten dank der Einspeisung von erneuerbaren Energien aus MENA im Gegensatz zum "Strommix 2000" nicht weiter steigen, sondern ab 2020 wieder fallen können. Ob dies an die Endkunden weitergegeben wird, hängt von der Wettbewerbsfähigkeit der dezentralen Technologien, von der zukünftigen Marktsituation und vom Gesetzgeber ab. Dass dezentrale Stromerzeugung die EVU gänzlich verdrängen wird, wagt TREC jedoch zu bezweifeln, da die Gewinnspannen und somit auch die Preisspielräume der EVU bei Privatkunden relativ groß sind. Leistungsfähige Stromnetze werden schon aus Gründen der Versorgungssicherheit und -stabilität auch zukünftig unverzichtbar sein. Der Klimawandel ist ein sehr dringendes Problem. Ein Einbinden der EVU in den Klimaschutz anstatt eines langwierigen Kampfes um Vormachtstellungen, führt aus unserer Sicht zu einem weitaus besseren Ergebnis.
Solarstrom-Importe konkurrieren direkt mit (fossilen und nuklearen) Erzeugerpreisen, während heimischer PV-Strom mit Privatkundenendpreisen im Wettbewerb steht. Der europäische Photovoltaikmarkt ist durch Solarstrom-Importe auch deswegen nicht gefährdet, weil MENA-Strom voraussichtlich nicht vor 2020 importiert werden wird und der Photovoltaikmarkt nach den neusten Verlautbarungen aus der europäischen PV-Industrie bis dahin nicht mehr auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein dürfte. TREC und die Studien des DLR sehen Solarstrom-Importe von Nord-Afrika nach Europa als sinnvolle Ergänzung, keinesfalls jedoch als Alternative zu heimischen erneuerbaren Energiequellen. Wenn große EVU, wie die EnBW, hier ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten können und wollen, dann ist das aus unserer Sicht eigentlich nur zu begrüßen. Allerdings ist das DESERTEC-Konzept nicht auf das Wohlwollen deutscher EVU angewiesen, da es in MENA inzwischen genügend potentielle Investoren gibt, die beginnen, das große Potential der erneuerbaren Energien in ihrer Region zu begreifen (was sich z.B. in der Al Masdar Initiative Abu Dhabi's zeigt). Was die Realisierung des Konzeptes jedoch wirklich voranbringen würde, wären Hilfestellungen der EU zur Einführung und Absicherung von Einspeisegesetzen in den Ländern MENA’s. Um dies zu erreichen, arbeitet TREC gerade an einem Weißbuch, das von Seiner Königlichen Hoheit Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien, Präsident des Club of Rome, vor dem EU-Parlament präsentiert werden soll.
Abschließend zum Vorurteil, dass solarthermische Kraftwerke nicht gebaut werden: Während in den USA bereits über 350 Megawatt stehen und zahlreiche weitere Anlagen in Planung sind, sollen in Spanien bis 2010 solarthermische Kraftwerke mit einer Leistung von zusammen 500 Megawatt ans Netz gehen – und das ist nur der Anfang. In Nord-Afrika hat z.B. Algerien ein größeres Programm aufgelegt und in Marokko und Ägypten laufen ebenfalls schon Ausschreibungen. Wer sich für erneuerbare Energien interessiert, ist also gut beraten, sich auch einmal mit dieser Technologie auseinanderzusetzen.
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