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Maßnahmen zur Umsetzung v. DESERTEC |
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Der Bau neuer Solarthermischer Kraftwerke hat in Spanien und in den USA begonnen ( Andasol 1 & 2, Solar Tres, PS10, Nevada Solar One).
Es gibt bereits Kraftwerksprojekte in Ägypten, Algerien und Marokko und weitere Projekte sind in Jordanien und Libyen in Planung. Marokko führt ein Einspeisegesetz insbesondere für Windkraft ein, in der EU laufen Diskussionen um ein HGÜ-Supernetz für Europa (ein Euro-Supergrid), und die Planungen für Offshore-Windkraftanlagen in Nord-Europa nehmen ebenfalls Gestalt an. Die Union für das Mittelmeer will einen Solaren Mittelmeerplan umsetzen und könnte einen Rahmen bieten, DESERTEC in EU-MENA zu realisieren. |
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Um bis 2050 zusätzlich zum Eigenbedarf der MENA-Länder eine Exportkapazität von 100 GW (etwa der Strom von 100 Kernkraftwerken) aufzubauen, sind staatliche Anschubhilfen nötig, um den Bau der Kraftwerke und Leitungen in der Anfangszeit für private Investoren attraktiv zu machen. Nach Angaben des DLR würden staatliche Unterstützungen von insgesamt einer einstelligen Euro-Milliardensumme ausreichen, um die Markteinführung solarthermischer Kraftwerke soweit voranzubringen, dass diese vor noch 2020 ohne weitere Subventionen wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen sind. Bei den aktuellen Entwicklungen auf dem Öl- und Gasmarkt und den steigenden Strompreisen wird dies wahrscheinlich sogar noch schneller gehen.
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Die Investitionen in den Bau der Leitungen und Kraftwerke könnten zwar auch staatliche Investoren übernehmen, aber wie auch die von TREC organisierte Veranstaltung "10,000 Solar GigaWatts" auf der Hannover Messe 2008 zeigte (Videodokumentation auf www.Energy1.tv ), stehen international Banken und private Investoren bereit, um den Bau zu finanzieren, sobald die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Man benötigt also dringend Stromabnahmegarantien und bei manchen Ländern auch Bürgschaften sowie die Finanzierung von Einspeiseregelungen für die derzeit noch teureren Erneuerbaren Energien (im Laufe der Zeit also dann die "einstellige Euro-Milliardensumme"). Südeuropäische Staaten können Einspeiseregelungen für sauberen Strom aus MENA anbieten. Es wäre auch denkbar, dass Einspeisegesetze in MENA selbst durch "Erneuerbare Energie Credits" mitfinanziert werden, die von europäischen Staaten gekauft werden können, um einen Teil ihrer Klimaschutzziele zu erreichen oder (noch besser) diese zu übertreffen. Hierbei muss jedoch darauf geachtet werden, dass der Ausbau von Erneuerbaren Energien in Europa, die auch im TRANS-CSP Szenario 2050 einen Großteil des europäischen Strommixes ausmachen, nicht gebremst wird.
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Ob der Schwerpunkt des Ausbaus von Erneuerbaren Energien in MENA eher auf dem Eigenbedarf oder vorrangig auf dem Export liegt, hängt vom jeweiligen Land ab: Marokkos eigener Strombedarf ist beispielsweise so groß, dass sich hier zunächst ein Creditsystem für Wind- und Solarenergie anbieten würde. Tunesien und vor allem Algerien hingegen zeigen großes Interesse an einem Export.
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Sobald die südeuropäischen Länder beginnen, Strom aus MENA zu importieren, hat dies auch Auswirkungen auf Länder wie Deutschland, die derzeit Strom nach Südeuropa exportieren. Es würde mehr Strom für Deutschland zur Verfügung stehen, was den Druck vom Neubau fossil gefeuerter Kraftwerke nehmen würde und Zeit zum Ausbau der Erneuerbaren Energien schafft. Zwar könnten mitteleuropäische Länder durch bestehende Leitungen eine gewisse Menge an sauberem Strom aus dem Süden importieren, aber der Aufbau von verlustarmen HGÜ-Leitungen ist dringend nötig. Da Planung, Genehmigung und Bau von Überlandtrassen viele Jahre in Anspruch nehmen können, muss schnellstmöglich mit den ersten Studien begonnen werden.
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Über diese direkten Unterstützungen hinaus, schlägt TREC die Realisierung von zwei großen humanitären Projekten vor, welche die Kostensenkung bei Solarthermischen Kraftwerken beschleunigen würden und zugleich drängende soziale und politische Probleme entschärfen könnten. Erste Machbarkeitsuntersuchungen zeigen die technische Realisierbarkeit dieser Projekte, jedoch benötigen sie politische und finanzielle Unterstützung: |
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1. |
Gaza Solar Power and Water Project (PDF): Der Bau von Solarthermischen Kraftwerken (insgesamt ca. 1 GW) für die Erzeugung von Trinkwasser und Strom. Die Anlagen könnten, als Teil eines internationalen Wiederaufbauprogramms für Gaza, auf ägyptischem Gebiet angesiedelt werden und 2-3 Millionen Menschen im Gazastreifen durch Strom- und Wasserleitungen versorgen. Dieses Projekt könnte einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen sowie zur politischen Entspannung in der Gaza-Region leisten, indem es Konflikte um Trinkwasser vermindert und die Grundlage für eine gesunde ökonomische Entwicklung schafft. Die Gesamtinvestitionen würden sich auf etwa 5 Milliarden Euro belaufen. |
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| 2. |
Sana’a Solar Water Project (PDF): Hier geht es um eine auf Solarenergie gestützte Meereswasserentsalzung am Roten Meer und den Bau einer Pipeline in die Hauptstadt des Jemen (Sana’a), deren Trinkwasserreserven in etwa 15 Jahren erschöpft sind. Dieses Projekt würde ein drohendes humanitäres Desaster und soziale Unruhen im Jemen abwenden sowie zur Rettung eines Weltkulturerbes beitragen. Da die alternative Umsiedlung von 2 Millionen Menschen etwa 30 Mrd. Euro kosten würde, wäre die Investition von 5 Milliarden Euro in Solarthermische Kraftwerke und in eine Pipeline auch eine weitaus wirtschaftlichere Lösung. |
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Das TRANS-CSP Szenario des DLR zeigt einen gangbaren Weg. Die Länder der EU-MENA Region haben zusammen mehr als genügend Potential zu einem kompletten Wechsel des Strom- und Verkehrssektors auf Erneuerbare Energien. |
Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts könnten die MENA Länder ihre Wüsten zu unerschöpflichen Quellen sauberer Energie ausbauen und die ihnen durch fossile Brennstoffe gesetzten Grenzen des Wachstums überwinden. Gleichzeitig könnten sie den Ländern Europas sauberen Strom verkaufen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung schneller senken und gleichzeitig aus der Kernkraft aussteigen können – und das bei langfristig sinkenden Stromkosten.
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Parabolrinnenkollektorfeld für Solarthermische Kraftwerke in Kramer Junction, Kalifornien |
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Mgl. Parameter der EU-MENA-Connection (Zeile HGÜ) und der Solarthermischen Kraftwerke für den Stromexport (Zeile CSP) von 2020 – 2050; entsprechend dem TRANS-CSP Szenario.
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EU-MENA-Connection
mit existierenden und geplanten Leitungen vor 2020 (blau) und drei vom DLR untersuchten Trassen (orange) |
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Geschätzte zukünftige Strom-kosten z.B. in Deutschland bei der Nutzung des Energiemix des Jahres 2000 oder bei der Nutzung des TRANS-CSP Mix mit Anteilen von importiertem Solarstrom.
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TRANS-CSP EU-Energiemix für
Versorgungs- und Klima-sicherheit
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TRANS-CSP MENA-Energiemix für
Versorgungs- und Klima-sicherheit
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